Lebendig, vielfältig und jung erlebten Besucher den ersten Inspirationstag „FamilienWerte“ im Augsburger Kolpinghaus. Rund 220 Erwachsene und 60 Kinder waren am Samstag der Einladung des Familienbundes der Katholiken im Bistum Augsburg (FDK) gefolgt.

Besucher aus allen Generationen wollten sich ermutigen und inspirieren lassen, ihr Leben als Familien aus gelebtem Glauben und mit christlichen Werten zu gestalten. Diesem Ideal folge ein wachsender Teil der jungen Generation in Deutschland, belegte der FDK-Vorsitzende Michael Ragg in seiner Begrüßung mit Erkenntnissen der Zeitgeistforschung und Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Anregungen, wie Ehe und Familie auch im Alltag gelingen können, gaben die Wiener Bestsellerautoren Victoria und Raphael Bonelli. Der Neurowissenschaftler und Psychiater und die studierte Kommunikationswissenschaftlern waren mit ihren sechs Buben nach Augsburg gekommen und antworteten einfühlsam und heiter auf Fragen aus dem Publikum. Frau Bonelli hat ihre akademische Karriere zurückgestellt, um sich als „Vollzeitmutter“ ganz der Familie zu widmen.

Peter Flache, Kabarettist aus Maxen in Sachsen, nahm den Familien(Wahn)Sinn mit Humor und brachte nach der Mittagspause das Auditorium mit themenbezogenen, Vierzeilern, Pantomime und einem Liedbeitrag zu frischen Kräften für den folgenden Teil der Veranstaltung.

Romy Richter, Gründerin und Sprecherin des Nestbau e.V. in Chemnitz, berichtete von der Erfahrung eines Krippenkindes. Sie beschrieb das als Ohnmachtsgefühl von kleinen Kindern, die noch kein Zeitgefühl haben, wenn es die Mutter in der Kita abgibt. Dieses Empfinden widerspräche dem Bedürfnis der Kinder nach Bindung, Nähe und Sicherheit. Daraus entstünden Frustration, Angst und Unsicherheit. Die natürliche Neugier der Kinder werde gehemmt und Bildung erschwert. Ihr Verein hilft Eltern, ein Familienleben aufzubauen, das den Bedürfnissen der Kinder entspricht.

Wie schwer es ist, Familienleben zu gestalten, wenn beide Elternteile zeitintensiv arbeiten, skizzierte der Schauspieler Horst Kummeth, bekannt unter anderem als „Apotheker Bamberger“ aus „Dahoam is Dahoam“. Seine Frau Eva hatte sich beruflich zurückgenommen, um für die beiden Töchter da zu sein. Kummeth engagiert sich in einer katholischen Pfarrei in München, dient dort auch als Lektor und Kommunionhelfer und freut sich, wenn er seinen sieben Enkeln vermitteln kann, wie „dahoam“ man sich in der Kirche fühlen kann und welchem Halt und Orientierung der christliche Glaube und die kirchliche Gemeinschaft das Leben bereichern.

Zum Ende der Veranstaltung wurde es ernster, als es um das Zusammenleben der Generationen ging: Gudrun Theurer, Expertin für Altenbetreuung und Fachfrau in Palliativ-Versorgung, warb nachdrücklich für die Vermittlung einer „Theologie des Leides“. Die Kirche stehe „enorm in der Pflicht“, die Menschen zur Annahme von Leiden zu ertüchtigen, ihnen Hoffnung im Leid zu vermitteln, damit sie trotz Schmerzen und Siechtums ein – von Gott gegebenes – Leben weiterhin leben könnten.

Abschließender Höhepunkt des Tages war eine von Bischof Bertram Meier geleitete Heilige Messe. In seiner Predigt ermutigte er die Eltern, ihre Familien zur „ecclesia domestica“, zu einer Hauskirche, zu machen. So könne durch gemeinsames Gebet, im intensiven Gespräch und durch das Vorbild der Eltern bei den Kindern das Verständnis der Schrift, der Lehre geweckt und der Same für einen fundierten Glauben gelegt werden.

Die Begeisterung vieler Besucher über den vom Team des Familienbundes und dem Kolpinghaus durchdacht organisierten Familientag war schon an den Gesichtern abzulesen und wurde vielfach geäußert. „Die Themenauswahl auf den Podien“, sagte etwa der Vorsitzende des Katholischen Männerwerks im Erzbistum Freiburg, Johannes Hauger, „traf genau den Nerv der Zeit und vermittelte wertvolle christliche Orientierung.“

Er lobte auch die zahlreichen Infostände christlicher Initiativen rund um Ehe und Familie, die den ganzen Tag über regen Zuspruch fanden und sprach aus, was oft zu hören war: „Ein herzliches Vergeltsgott für diesen großartigen Tag.“ Die Inspirationstag „FamilienWerte“ war nach Meinung war für viele Besucher eine ermutigende und tiefgehende Erfahrung, die gerne wiederholt werden solle. Gerade heute seien solche Möglichkeiten der Begegnung und gemeinschaftlichen Vergewisserung wichtig.

Martin Wind

Bilder: Susanne M.K. Baur, Copyright: Familienbund der Katholiken im Bistum Augsburg e.V.

Hinweis: das Programm des Tages können Sie hier finden.

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