Gastbeitrag von Alexandra Maria Linder M.A.,
Vorsitzende Bundesverband Lebensrecht e.V.

Liebe Freunde des Familienbundes im Bistum Augsburg,

am Samstag, 20. September, fand der Marsch für das Leben zum 21. Mal in Berlin und gleichzeitig zum dritten Mal in Köln statt.

Themen des Bundesverbands Lebensrecht in diesem Jahr sind vor allem

  • die Gewissensfreiheit,
  • der Umgang mit Mehrlingsschwangerschaften und jungen Schwangeren in Indien,
  • die Arbeit von Hebammen und
  • das Wirken unserer lebendigen, hoffnungsvollen Jugendorganisationen.

Das ganze Jahr hindurch arbeiten unser Verband und seine aktuell fünfzehn Mitgliedsvereine mit insgesamt über 24.000 Einzelmitgliedern theoretisch und praktisch in allen Bereichen der sogenannten Bioethik, die wir einmal im Jahr auf die große Demonstrationsbühne bringen: von der Schwangerenberatung über die Begleitung von Familien bis zu finanzieller Unterstützung, von politischer und gesellschaftlicher Lobbyarbeit über Fachinformationen bis zu Vorträgen und Kongressen. Weitere Themen unserer Arbeit sind zum Beispiel der assistierte Suizid, der pränatale Bluttest, „Leihmutterschaft“ oder Embryonenforschung.

Der Bundesverband Lebensrecht ist überparteilich und nicht konfessionell gebunden. Wir haben Unterstützer aus allen Konfessionen, verschiedenen Religionen und ohne religiöses Bekenntnis. Die meisten Lebensrechtler in Europa sind Christen, denn die umfassende Menschenwürde von der Zeugung an liegt sozusagen in ihrer DNA. Das ist auch biologisch noch nie so gut nachzuweisen gewesen wie heute, wo die Wissenschaft der Embryologie ständig neue, faszinierende Erkenntnisse über die ersten Lebensmonate des Kindes und die Mutter-Kind-Beziehung während der Schwangerschaft gewinnt.

Menschenwürde ernstnehmen

Unsere Aufgabe ist es, diese Menschenwürde ernstzunehmen und umzusetzen. Vor allem, indem wir die Grundrechte derjenigen Menschen verteidigen und unterstützen, die diese Rechte noch nicht, nicht mehr, gerade nicht oder gar nicht selbst wahrnehmen können. Dazu gehören:

  • Kinder im Mutterleib und Frauen im Schwangerschaftskonflikt,
  • Menschen mit genetischen Besonderheiten und Behinderungen,
  • Menschen mit schweren Krankheiten, am Lebensende, in suizidalen Lebenslagen. Wenn ein Staat zur Lösung solcher Lebenssituationen Maßnahmen zulässt, die den beabsichtigten Tod der betreffenden Personen zur Folge haben, so ist das eine Kapitulation, der wir eine Lebensalternative – auch im christlichen Sinne der Nächstenliebe – entgegensetzen müssen.

Lebens-Oasen schaffen

Wir brauchen Gemeinschaft, Zuwendung, kreative Hilfsangebote und Lebensoasen, um Menschen aufzufangen. Eine riesige Aufgabe, die aber in einem wohlhabenden Staat eigentlich kein Problem sein dürfte. Ein Blick in andere, deutlich ärmere Staaten zeigt, wo vielleicht unser Hauptproblem liegt: in der Vereinsamung der Menschen (40 % aller Haushalte in Deutschland sind offiziell Single-Haushalte) und in instabilen Lebensbeziehungen (sowohl in der Herkunftsfamilie als auch nach eigener Erfahrung), obwohl die meisten Menschen sich altersunabhängig eine stabile Familie, häufig mit Kindern, wünschen. Diese gesellschaftlichen Entwicklungen führen in schwierigen Lebenssituationen verstärkt dazu, dass Menschen in höchste Not geraten und sich für ihren eigenen herbeigeführten Tod oder den ihres Kindes entscheiden.

Eine Organisation wie der Familienbund der Katholiken in Augsburg ist eine Lebensalternative, die hilft, kreative Angebote fördert, Werte und Orientierung bietet. Dafür sind wir sehr dankbar.

Herzliche Grüße
Ihre
Alexandra Maria Linder M.A., Vorsitzende Bundesverband Lebensrecht e.V.